
Warum strikte Hygienestandards in der Hämato-/ Onkologie lebenswichtig sind
In der Hämato-/ Onkologie ist Hygiene weit mehr als Routine: Viele Patientinnen und Patienten sind durch die Erkrankung selbst sowie durch Chemo-, Immun- oder Strahlentherapie deutlich immungeschwächt. Dadurch können bereits „kleine“ Infektionen schnell schwer verlaufen – mit Risiken wie Sepsis, Therapieunterbrechungen, längeren Aufenthalten und einer erhöhten Sterblichkeit. Konsequente Hygienestandards sind deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen für Patientensicherheit und Therapieerfolg.
Besonders kritisch sind handübertragene Erreger, respiratorische Viren und Pilzinfektionen. Zusätzlich erhöhen Ports, ZVK, Drainagen oder Beatmungssysteme das Risiko geräteassoziierter Infektionen. Der größte Schutz entsteht durch konsequente Basishygiene: korrekte Händedesinfektion, aseptisches Arbeiten bei invasiven Tätigkeiten, standardisiertes Katheter-/Port-Management, Flächen- und Umfeldhygiene sowie klare Regeln bei Atemwegsinfekten (Masken, Hustenetikette).
Praxismanagement Bublitz-Peters GmbH & Co. KG hat sich genau auf diese Anforderungen spezialisiert – gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesundheitsamt (staatliche Hygiene-Inspektoren mit medizinischer Ausbildung). Wir unterstützen Facharztpraxen dabei, Hygienestandards praxistauglich umzusetzen, Risiken zu minimieren und Hygiene als gelebte Sicherheitskultur zu verankern.
Besonderheiten bei CLL (Chronisch lymphatische Leukämie)
Bei CLL besteht häufig eine ausgeprägte humorale Immunschwäche. Ursachen sind u. a. Hypogammaglobulinämie und B-Zell-Dysfunktion; Anti-CD20-Therapien können die Antikörperbildung zusätzlich reduzieren. Das führt zu einem deutlich erhöhten Risiko für bakterielle Atemwegsinfekte, Haut-/Weichteilinfektionen und Sepsis. Therapiebedingte Risiken (z. B. BTK- oder BCL2-Inhibitoren) können Neutropenien und opportunistische Infektionen begünstigen. Da die Impfantwort oft reduziert ist, gewinnen Umfeld- und Basishygiene zusätzlich an Bedeutung.
Schwerpunkte bei CLL (praxisnah):
- Sehr frühe Erkennung von Infektzeichen (z. B. Temperaturkontrollen, schnelle Reaktion bei Fieber)
- Konsequente Händehygiene vor jedem Patientenkontakt und vor/nach Port-/ZVK-Manipulationen
Was passiert, wenn Hygienestandards nicht konsequent eingehalten werden?
Wenn Hygiene nicht zuverlässig umgesetzt wird, steigt das Risiko nosokomialer Infektionen deutlich. Besonders problematisch sind handübertragene Erreger (z. B. MRSA, VRE, ESBL), respiratorische Viren (Influenza, RSV, SARS-CoV-2) und Pilze (Candida, Aspergillus). Bei immunsupprimierten Menschen können diese Erreger schnell lebensbedrohliche Verläufe verursachen.
Ein zentrales Risiko ist die Sepsis: Infekte können in der Onkologie rasch eskalieren – besonders bei Neutropenie. Häufig folgen Intensivbehandlung, Isolationsmaßnahmen und ein hoher Antibiotikabedarf. Zudem führen Infektionen nicht selten zu Therapieunterbrechungen, Dosisreduktionen oder Verzögerungen von Chemo-/Immuntherapien – mit potenziell schlechteren onkologischen Ergebnissen.
Strikte Hygiene ist daher auch ein wichtiger Beitrag zum antimikrobiellen Stewardship – Konsequente Hygiene schützt Therapieerfolg, Ressourcen – und im Zweifel Leben.
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